
Der öffentlicher dienst gehört zu den größten und vielfältigsten Arbeitsbereichen in Deutschland. Dahinter stehen nicht nur klassische Verwaltungsstellen, sondern auch Schulen, Polizei, Justiz, Finanzverwaltung, kommunale Einrichtungen, technische Berufe, IT, soziale Dienste und zahlreiche weitere Tätigkeiten. Wer sich zum ersten Mal mit dem Thema beschäftigt, stößt allerdings schnell auf Begriffe wie TVöD, TV-L, Entgeltgruppe, Erfahrungsstufe, Besoldungsgruppe, Laufbahn oder Tarifbeschäftigung.
Dieser Ratgeber erklärt den öffentlicher dienst deshalb von Grund auf und berücksichtigt den aktuellen Stand für 2026. Dabei geht es nicht nur um die Frage, was Beschäftigte verdienen, sondern auch darum, wer dazugehört, welche Arbeitgeber es gibt, wie die Bezahlung funktioniert, welche Karrierewege offenstehen und worin sich Tarifbeschäftigte und Beamte unterscheiden.
Besonders wichtig: Nicht jede Stelle beim Staat funktioniert nach denselben Regeln. Bund, Länder und Kommunen haben unterschiedliche Aufgaben, Arbeitgeberstrukturen und teilweise unterschiedliche Tarif- oder Besoldungsregelungen. Wer eine konkrete Stelle sucht oder sein Gehalt einschätzen möchte, sollte deshalb immer zuerst klären, bei welcher staatlichen Ebene und in welcher Beschäftigungsform die Tätigkeit angesiedelt ist.
Was ist der öffentliche Dienst?
Der öffentliche Dienst umfasst Tätigkeiten für den Staat und staatliche beziehungsweise kommunale Einrichtungen. Dazu gehören unter anderem Beschäftigte von Bund, Ländern und Kommunen. Auch Beamte, Tarifbeschäftigte, Richter und Soldaten gehören zu den verschiedenen Gruppen des Staatsdienstes. Die Bundesverwaltung beschreibt den Bereich entsprechend als Zusammenspiel von verbeamteten und tarifbeschäftigten Personen.
Einfach gesagt: Menschen arbeiten dort, wo öffentliche Aufgaben erfüllt werden. Dazu zählen beispielsweise Verwaltung, Bildung, Sicherheit, Justiz, Infrastruktur, Gesundheit und zahlreiche Dienstleistungen für Bürgerinnen und Bürger.
Was macht der Staat als Arbeitgeber?
Staatliche Arbeitgeber übernehmen Aufgaben, die für das Funktionieren des Gemeinwesens notwendig sind. Ein Bürgeramt bearbeitet beispielsweise Ausweise und Meldeangelegenheiten, eine Stadtverwaltung kümmert sich um kommunale Aufgaben und eine Landesbehörde setzt landesrechtliche Vorgaben um.
Der Bereich ist deshalb wesentlich größer als das klassische Bild vom Schreibtisch in einer Behörde.
Staatsdienst, Verwaltung und öffentlicher Sektor – ist das dasselbe?
Die Begriffe überschneiden sich, sind aber nicht immer vollständig gleichbedeutend.
Staatsdienst wird häufig als verständliche Bezeichnung für Tätigkeiten für den Staat verwendet. Öffentliche Verwaltung bezeichnet stärker die organisatorische und administrative Seite staatlicher Aufgaben. Der öffentliche Sektor ist wiederum ein weiter gefasster wirtschaftlicher Begriff.
Für Jobsuchende ist deshalb entscheidend, den konkreten Arbeitgeber und die Beschäftigungsform zu prüfen.
Wer gehört zum öffentlichen Dienst?
Zum öffentlichen Dienst gehören unterschiedliche Beschäftigtengruppen. Die wichtigsten sind Tarifbeschäftigte und Beamte. Darüber hinaus zählen unter anderem Richter und Soldaten zu den besonderen Gruppen des Staatsdienstes.
Tarifbeschäftigte
Tarifbeschäftigte haben einen normalen Arbeitsvertrag. Ihre Arbeitsbedingungen und ihre Vergütung richten sich je nach Arbeitgeber und Tätigkeitsbereich nach einem Tarifvertrag.
Bei Bund und Kommunen spielt insbesondere der TVöD eine zentrale Rolle. Für Beschäftigte der Länder ist grundsätzlich der TV-L relevant.
Die Höhe des Entgelts hängt dabei unter anderem von der Tätigkeit, der Entgeltgruppe und der Erfahrungsstufe ab.
Beamte
Beamte stehen dagegen in einem besonderen öffentlich-rechtlichen Dienst- und Treueverhältnis. Ihre Bezahlung heißt nicht Entgelt, sondern Besoldung. Für sie gelten besondere gesetzliche Regeln und Pflichten. Dazu gehören je nach Amt beispielsweise besondere Anforderungen an die Verfassungstreue und das Streikverbot.
Richter und Soldaten
Richter und Soldaten bilden ebenfalls besondere Beschäftigtengruppen mit eigenen rechtlichen Grundlagen. Ihre Aufgaben, Dienstverhältnisse und Vergütungsstrukturen unterscheiden sich von klassischen Tarifbeschäftigten.
Wer eine Stelle im Staatsdienst sucht, sollte deshalb nicht nur nach dem Beruf schauen, sondern auch prüfen, ob die Stelle als Tarifstelle, Beamtenstelle oder in einer anderen Beschäftigungsform ausgeschrieben ist.
Öffentlicher Dienst: Arbeitgeber und Beschäftigungsbereiche
Die drei wichtigsten staatlichen Ebenen sind Bund, Länder und Kommunen. Sie arbeiten jeweils in unterschiedlichen Zuständigkeitsbereichen.
Bund
Der Bund übernimmt Aufgaben von gesamtstaatlicher Bedeutung. Dazu gehören beispielsweise Außenpolitik, Verteidigung, Zoll, bestimmte Bereiche der Finanzverwaltung und Bundesbehörden.
In der Bundesverwaltung arbeiten mehr als 500.000 Menschen. Dazu gehören zahlreiche Behörden und Organisationen mit unterschiedlichen Aufgaben und Karrierewegen.
Länder
Die 16 Bundesländer sind unter anderem für Bereiche wie Bildung, Kultur, Polizei und verschiedene Verwaltungsaufgaben zuständig. Deshalb finden sich bei Landesbehörden beispielsweise Schulen, Hochschulen, Polizeibehörden und Landesministerien.
Für viele Tarifbeschäftigte der Länder ist der TV-L die zentrale tarifliche Grundlage.
Kommunen
Kommunen sind Städte, Gemeinden und Landkreise. Sie arbeiten besonders nah an den Bürgerinnen und Bürgern.
Typische kommunale Aufgaben sind:
- Bürgerämter
- Bauverwaltung
- Jugend- und Sozialverwaltung
- Feuerwehr
- kommunale Schulen und Einrichtungen
- Straßen und Infrastruktur
- öffentliche Ordnung
- Kindertagesstätten
- Umwelt- und Stadtplanung
Gerade bei kommunalen Arbeitgebern gibt es deshalb eine große Bandbreite an Berufen.
Berufe und Tätigkeiten im öffentlichen Dienst
Ein Job beim Staat bedeutet nicht automatisch Verwaltung. Die Berufsfelder reichen von kaufmännischen und juristischen Aufgaben bis zu IT, Technik, Bildung, Pflege und Sicherheitsberufen. Auch die Bundesagentur für Arbeit weist auf die große Bandbreite in Bereichen wie Bildung, Sicherheit, Technik und Verwaltung hin.
Verwaltung und Büro
Typische Tätigkeiten sind:
- Verwaltungsfachangestellte
- Sachbearbeitung
- Personalverwaltung
- Finanzverwaltung
- Bürgerdienste
- Organisation
- Rechts- und Verwaltungsaufgaben
Bildung und Wissenschaft
Hierzu gehören beispielsweise:
- Lehrkräfte
- Hochschulbeschäftigte
- wissenschaftliche Mitarbeitende
- Verwaltung an Hochschulen
- Bildungsverwaltung
Nicht jede Stelle im Bildungsbereich hat dabei dieselbe Beschäftigungsform. Eine Lehrkraft kann beispielsweise angestellt oder verbeamtet sein.
Polizei, Justiz und Sicherheit
Dazu gehören unter anderem:
- Polizei
- Justizvollzug
- Gerichte
- Staatsanwaltschaften
- Finanzkontrolle
- Zoll
- Sicherheitsverwaltung
Viele dieser Bereiche haben besondere Zugangsvoraussetzungen und eigene Laufbahnstrukturen.
IT und Digitalisierung
Die Digitalisierung der Verwaltung schafft zusätzlichen Bedarf an:
- IT-Administration
- Softwareentwicklung
- Cybersecurity
- Datenanalyse
- Verwaltungsinformatik
- Prozessmanagement
- digitaler Infrastruktur
Für Menschen mit IT-Ausbildung oder Hochschulabschluss kann der Staatsdienst deshalb deutlich mehr bieten als klassische Verwaltungsarbeit.
Technik, Bau und Infrastruktur
Auch Ingenieure, Techniker, Architekten, Straßenbauer, Vermessungsfachkräfte und andere technische Berufe werden benötigt.
Damit ist die Annahme, man könne dort nur mit einer Verwaltungsausbildung arbeiten, zu eng.
Öffentlicher Dienst Gehalt 2026
Das Gehalt lässt sich nicht mit einer einzigen Zahl beantworten. Entscheidend ist zunächst die Beschäftigungsform.
Bei Tarifbeschäftigten spielen insbesondere Tarifvertrag, Entgeltgruppe und Erfahrungsstufe eine Rolle. Bei Beamten richtet sich die Bezahlung nach Besoldungsordnung, Besoldungsgruppe und weiteren Faktoren.
Was bestimmt das Gehalt?
Bei einer Tarifstelle sind insbesondere diese Punkte wichtig:
- Welche Tätigkeit wird ausgeübt?
- Welche Entgeltgruppe ist dafür vorgesehen?
- Welche Stufe wird erreicht?
- Gibt es Zulagen oder Zuschläge?
- Welche Sonderzahlungen gelten?
- Handelt es sich um Bund, Kommune oder Land?
Deshalb kann jemand mit derselben Berufsbezeichnung bei unterschiedlichen Arbeitgebern ein anderes Einkommen haben.
Brutto ist nicht Netto
Das Tabellenentgelt ist ein Bruttobetrag. Davon können unter anderem Lohnsteuer und Sozialversicherungsbeiträge abgehen.
Das tatsächliche Nettoeinkommen hängt deshalb zusätzlich von Faktoren wie Steuerklasse, Krankenversicherung, Kinderfreibeträgen und weiteren persönlichen Umständen ab.
Besoldung ist nicht dasselbe wie Tarifentgelt
Bei Beamten spricht man von Besoldung, nicht von Tabellenentgelt. Das System basiert auf gesetzlichen Besoldungsordnungen.
Diese Unterscheidung ist wichtig, weil Tabellen aus dem TVöD oder TV-L nicht einfach auf Beamte übertragen werden können.
Entgeltgruppen und Stufen erklärt
Wer eine Gehaltstabelle zum ersten Mal sieht, findet häufig Begriffe wie E 5, E 9b oder E 13 sowie Stufe 1 bis Stufe 6.
Die Logik ist einfacher, wenn man die beiden Begriffe trennt.
Entgeltgruppe = Wertigkeit der Tätigkeit.
Stufe = Erfahrungsstand innerhalb dieser Gruppe.
Was bedeutet Entgeltgruppe?
Die Entgeltgruppe beschreibt, wie eine Tätigkeit tariflich bewertet wird. Dabei kommt es nicht allein auf den Abschluss oder die Berufsbezeichnung an.
Entscheidend sind die Anforderungen und Tätigkeitsmerkmale der konkreten Stelle.
Was bedeutet Erfahrungsstufe?
Innerhalb einer Entgeltgruppe gibt es mehrere Stufen. Mit zunehmender einschlägiger Berufserfahrung kann die Beschäftigte oder der Beschäftigte in eine höhere Stufe gelangen.
Beim Bund wird die Zuordnung zur Erfahrungsstufe unter anderem anhand der bisherigen Berufserfahrung vorgenommen.
Kann ein höherer Abschluss automatisch eine höhere Entgeltgruppe bedeuten?
Nein.
Ein Hochschulabschluss bedeutet nicht automatisch eine bestimmte Entgeltgruppe. Maßgeblich ist grundsätzlich die tarifliche Bewertung der übertragenen Tätigkeit.
Das ist einer der wichtigsten Punkte, die Bewerber vor einer Gehaltsberechnung verstehen sollten.
Was ist eine Höhergruppierung?
Eine Höhergruppierung kann erfolgen, wenn sich die tarifliche Bewertung der dauerhaft übertragenen Tätigkeit verändert und die Voraussetzungen für eine höhere Entgeltgruppe erfüllt sind.
Sie ist daher nicht einfach dasselbe wie ein normaler Stufenaufstieg.
TVöD 2026: Gehalt, Entgeltgruppen und Tariferhöhungen
Der Tarifvertrag für den öffentlichen Dienst, kurz TVöD, gilt insbesondere für Tarifbeschäftigte des Bundes und für kommunale Arbeitgeber, die dem entsprechenden Arbeitgeberverbandssystem angehören.
Was ändert sich beim TVöD 2026?
Nach dem Tarifabschluss 2025–2027 wurden die Tabellenentgelte bereits zum 1. April 2025 erhöht. Eine weitere Erhöhung um 2,8 Prozent gilt ab dem 1. Mai 2026. Für Auszubildende, Studierende und Praktikanten wurde ebenfalls eine weitere Erhöhung vereinbart.
Damit ist es für einen aktuellen Gehaltsvergleich wichtig, nicht versehentlich ältere Tabellenwerte aus 2025 zu verwenden.
TVöD Bund und TVöD VKA
Beim TVöD muss außerdem zwischen dem Bund und dem kommunalen Bereich unterschieden werden.
TVöD Bund betrifft Tarifbeschäftigte des Bundes.
TVöD VKA betrifft kommunale Arbeitgeber im Geltungsbereich der Vereinigung der kommunalen Arbeitgeberverbände.
Die beiden Bereiche haben gemeinsame Grundlagen, können aber bei einzelnen Regelungen und Entgeltstrukturen unterschiedliche Besonderheiten aufweisen.
TVöD Entgeltgruppen
Die Entgeltgruppen reichen von niedrigeren Gruppen für entsprechend bewertete Tätigkeiten bis zu höheren Gruppen für anspruchsvolle Fach-, Spezialisten- und Leitungsaufgaben.
Höhere Gruppen sind deshalb nicht einfach „Belohnungen“ für längere Betriebszugehörigkeit. Die Eingruppierung hängt zunächst von der Tätigkeit ab.
TVöD Stufen
Die Stufen bilden den Erfahrungsaufbau innerhalb einer Entgeltgruppe ab.
Ein Wechsel von Stufe 2 zu Stufe 3 ist daher etwas anderes als eine Höhergruppierung von beispielsweise E 8 zu E 9.
Jahressonderzahlung
Der TVöD enthält außerdem Regelungen zur Jahressonderzahlung. Die konkrete Höhe und Berechnung hängt unter anderem vom jeweiligen Bereich und den tariflichen Voraussetzungen ab.
Wer sein Jahreseinkommen vergleichen möchte, sollte daher nicht nur zwölf Monatsgehälter betrachten.
Zulagen und Zuschläge
Je nach Tätigkeit können weitere Zahlungen hinzukommen. Dazu können beispielsweise Schicht-, Wechselschicht-, Nacht-, Sonn- oder Feiertagszuschläge gehören.
Der Tarifabschluss hat auch bei bestimmten Schicht- und Wechselschichtzulagen Veränderungen gebracht.
TV-L 2026: Gehalt, Entgeltgruppen und aktuelle Entwicklungen
Der TV-L ist der zentrale Tarifvertrag für viele Tarifbeschäftigte der deutschen Länder. Er ist deshalb nicht mit dem TVöD gleichzusetzen.
Tariferhöhung 2026
Die Tarifeinigung vom Februar 2026 sieht für die Tabellenentgelte eine Erhöhung von 2,8 Prozent ab dem 1. April 2026 vor, mindestens jedoch 100 Euro monatlich. Weitere Erhöhungen sind für den 1. März 2027 und den 1. Januar 2028 vereinbart.
Für Nachwuchskräfte wurden ebenfalls Erhöhungen vereinbart. Die Ausbildungs- und entsprechenden Studienentgelte steigen ab April 2026 um 60 Euro monatlich; weitere Schritte folgen 2027 und 2028.
Für wen gilt der TV-L?
Typische Arbeitgeber sind Einrichtungen der Länder, beispielsweise Landesbehörden, Hochschulen und bestimmte weitere Einrichtungen.
Eine wichtige Ausnahme ist der kommunale Bereich: Eine Stadtverwaltung fällt nicht allein deshalb unter den TV-L, weil sie öffentlich ist. Kommunale Arbeitgeber sind grundsätzlich im TVöD-VKA-System einzuordnen, sofern die entsprechenden Voraussetzungen vorliegen.
TV-L Entgeltgruppen und Stufen
Auch beim TV-L bestimmen Entgeltgruppe und Stufe das Tabellenentgelt.
Die Entgeltgruppe hängt von der tariflichen Bewertung der Tätigkeit ab. Die Stufe berücksichtigt den Erfahrungsstand.
Deshalb sollte bei einer Stellenausschreibung immer die konkrete Angabe wie „E 9b TV-L“ oder „E 13 TV-L“ beachtet werden.
TVöD oder TV-L: Die wichtigsten Unterschiede
Der wichtigste Unterschied liegt im Geltungsbereich.
| Merkmal | TVöD | TV-L |
|---|---|---|
| Hauptbereich | Bund und Kommunen | Länder |
| Bezahlung | Tabellenentgelt | Tabellenentgelt |
| Struktur | Entgeltgruppen und Stufen | Entgeltgruppen und Stufen |
| Tarifpartner | Bund/VKA und Gewerkschaften | TdL und Gewerkschaften |
| 2026 | weitere Erhöhung ab Mai | weitere Erhöhung ab April |
Die beiden Tarifwerke ähneln sich in der Grundlogik, sind aber nicht identisch.
Wer beispielsweise eine Stelle bei einer Kommune und eine Stelle bei einer Landesbehörde vergleicht, sollte deshalb nicht einfach die Zahlen aus einer einzigen Tabelle übernehmen.
Öffentlicher Dienst und Beamtenstatus
Beamter zu sein bedeutet nicht einfach, einen besonders sicheren Arbeitsvertrag zu haben. Es handelt sich um ein eigenes öffentlich-rechtliches Dienstverhältnis mit besonderen Rechten und Pflichten.
Beamte übernehmen insbesondere in Bereichen mit hoheitlichen Aufgaben wichtige Funktionen. Dazu zählen beispielsweise bestimmte Tätigkeiten bei Polizei, Justiz und Finanzverwaltung.
Tarifbeschäftigung oder Verbeamtung?
Eine Tarifbeschäftigung basiert auf einem Arbeitsvertrag. Bei einer Verbeamtung erfolgt die Ernennung in ein Beamtenverhältnis.
Damit ändern sich unter anderem:
- Vergütungssystem
- rechtlicher Status
- Pflichten
- Altersversorgung
- Krankenversicherungs- und Beihilfefragen
- Möglichkeiten und Voraussetzungen einer Beendigung des Dienstverhältnisses
Ein Beamtenstatus entsteht außerdem nicht automatisch durch die Arbeit bei einer Behörde.
Gibt es ein Streikrecht?
Tarifbeschäftigte können grundsätzlich streiken und sich im Rahmen der gesetzlichen und tariflichen Regeln gewerkschaftlich organisieren.
Für Beamte gilt dagegen ein Streikverbot. Dieses gehört zu den besonderen Pflichten des Beamtenverhältnisses.
Besoldung und Laufbahnen für Beamte
Die Beamtenbesoldung funktioniert anders als das Tarifentgelt.
Statt Entgeltgruppen wie E 9 oder E 13 gibt es Besoldungsgruppen, beispielsweise innerhalb der Bundesbesoldungsordnung A.
Welche Besoldungsgruppe gilt, hängt vom jeweiligen Amt und den gesetzlichen Vorgaben ab.
Was sind Laufbahngruppen?
Laufbahnen ordnen verschiedene Beamtenämter und Zugangsvoraussetzungen.
Beim Bund gibt es weiterhin die klassischen Bereiche:
- einfacher Dienst
- mittlerer Dienst
- gehobener Dienst
- höherer Dienst
Die Struktur ist allerdings nicht in allen Bundesländern identisch. Einige Länder haben ihre Laufbahnsysteme verändert oder zusammengefasst.
Welche Ausbildung braucht man für eine Beamtenlaufbahn?
Die Anforderungen hängen von der Laufbahn ab.
Für den mittleren Dienst kann beispielsweise eine passende Ausbildung beziehungsweise ein Vorbereitungsdienst erforderlich sein. Für den gehobenen Dienst kommen häufig ein duales Studium oder ein entsprechender Bachelorabschluss infrage. Für den höheren Dienst wird regelmäßig ein Masterabschluss oder ein gleichwertiger Hochschulabschluss vorausgesetzt. Die konkreten Anforderungen hängen jedoch vom Dienstherrn und der jeweiligen Laufbahn ab.
Arbeitszeit, Urlaub und Teilzeit
Arbeitsbedingungen gehören zu den wichtigsten Punkten bei der Berufswahl.
Die konkrete Arbeitszeit hängt vom Arbeitgeber, Tarifvertrag, Dienstrecht und der Tätigkeit ab. Schichtdienst, Bereitschaftsdienst oder besondere Arbeitszeitmodelle können beispielsweise in Polizei, Krankenhäusern, Feuerwehr oder anderen Einrichtungen eine Rolle spielen.
Teilzeit
Teilzeit ist in vielen Bereichen möglich. Die Voraussetzungen und Auswirkungen hängen jedoch von Beschäftigungsform und Arbeitgeber ab.
Bei einer Gehaltsplanung sollte berücksichtigt werden, dass eine Reduzierung der Arbeitszeit grundsätzlich auch das regelmäßige Einkommen verändert.
Urlaub
Urlaubsansprüche ergeben sich je nach Beschäftigungsgruppe und geltenden Regelungen. Bei Tarifbeschäftigten sind insbesondere die einschlägigen Tarifverträge relevant.
Zusätzliche freie Tage oder Sonderurlaub können unter bestimmten Voraussetzungen hinzukommen.
Mobiles Arbeiten und flexible Arbeitsmodelle
Viele moderne Behörden setzen außerdem auf mobiles Arbeiten, flexible Arbeitszeiten und digitale Arbeitsprozesse. Welche Modelle tatsächlich angeboten werden, ist aber vom Arbeitgeber und der konkreten Tätigkeit abhängig.
Lesen Sie unseren aktuellen und genauen Ratgeber zum Thema Kollagen Pulver.
Jahressonderzahlung, Zulagen und Zuschläge
Das monatliche Tabellenentgelt ist nicht immer das vollständige Einkommen.
Je nach Stelle können zusätzliche Bestandteile hinzukommen.
Dazu gehören beispielsweise:
- Jahressonderzahlung
- Schichtzulagen
- Wechselschichtzulagen
- Nachtzuschläge
- Sonn- und Feiertagszuschläge
- Funktionszulagen
- weitere tarifliche oder gesetzliche Leistungen
Die Voraussetzungen unterscheiden sich je nach Tarifvertrag und Tätigkeit.
Gerade bei Schichtarbeit kann deshalb ein Vergleich allein anhand des Grundentgelts ein unvollständiges Bild ergeben.
Ausbildung und Studium im öffentlichen Dienst
Der Einstieg ist auf verschiedenen Wegen möglich. Eine klassische Berufsausbildung ist nur eine Möglichkeit.
Ausbildung
Mögliche Ausbildungsberufe finden sich beispielsweise in:
- Verwaltung
- Arbeitsmarktverwaltung
- Technik
- Straßenbau
- Gartenbau
- IT
- kaufmännischen Bereichen
Die Bundesagentur für Arbeit nennt unter anderem Verwaltungsfachangestellte, Straßenwärter und Fachangestellte für Arbeitsmarktdienstleistungen als Beispiele.
Duales Studium
Ein duales Studium verbindet theoretische Hochschulphasen mit praktischer Tätigkeit.
Je nach Arbeitgeber und Studiengang sind beispielsweise Bereiche wie Verwaltungsmanagement, Verwaltungsinformatik, Finanzen oder öffentliche Verwaltung möglich.
Beamtenausbildung
Wer eine Beamtenlaufbahn anstrebt, absolviert häufig einen Vorbereitungsdienst. Der konkrete Ablauf hängt von Laufbahn und Dienstherr ab.
Deshalb sollte man bei einer Ausschreibung genau prüfen, ob es sich um eine Ausbildung als Tarifbeschäftigter oder um einen Vorbereitungsdienst für eine Beamtenlaufbahn handelt.
Quereinstieg in den öffentlichen Dienst
Ein Quereinstieg ist in vielen Bereichen möglich, aber nicht jede Stelle eignet sich dafür.
Besonders interessant können Quereinstiege dort sein, wo Fachkräfte knapp sind, beispielsweise in:
- IT
- Ingenieurwesen
- Technik
- Verwaltung
- Bildung
- Sozialbereich
- bestimmten spezialisierten Fachgebieten
Wie funktioniert der Quereinstieg?
Zuerst sollte die Stellenausschreibung geprüft werden.
Wichtige Begriffe sind:
„Quereinstieg möglich“, „vergleichbare Qualifikation“, „gleichwertige Fähigkeiten und Erfahrungen“ oder konkrete Anforderungen an Berufserfahrung.
Ein Quereinstieg bedeutet nicht automatisch, dass alle formalen Voraussetzungen entfallen. Manche Tätigkeiten verlangen bestimmte Abschlüsse, Zulassungen oder Laufbahnvoraussetzungen.
Bewerbung und Einstellung
Eine Bewerbung läuft ähnlich wie in anderen Bereichen ab, kann aber zusätzliche formale Anforderungen enthalten.
Typische Bestandteile sind:
- Lebenslauf
- Anschreiben
- Zeugnisse
- Nachweise über Qualifikationen
- gegebenenfalls weitere Dokumente
Je nach Stelle folgen Auswahlgespräche, Tests, Assessment-Elemente oder weitere Verfahren.
Was sollte man vor der Bewerbung prüfen?
Vor dem Absenden sollten Bewerber insbesondere diese Punkte kontrollieren:
- Arbeitgeber
- Beschäftigungsform
- Arbeitsort
- Entgeltgruppe oder Besoldungsgruppe
- erforderlicher Abschluss
- Berufserfahrung
- Bewerbungsfrist
- Arbeitszeit
- mögliche Zusatzanforderungen
Gerade die Entgeltgruppe kann bei einer langfristigen Karriereplanung ein wichtiger Faktor sein.
Voraussetzungen für eine Karriere im öffentlichen Dienst
Die Voraussetzungen hängen stark vom Beruf ab.
Eine allgemeine Voraussetzung für jede Stelle gibt es daher nicht.
Schulabschluss
Für verschiedene Ausbildungswege können unterschiedliche Schulabschlüsse verlangt werden.
Berufsausbildung
Viele Fach- und Verwaltungsstellen setzen eine abgeschlossene Berufsausbildung voraus.
Studium
Für höher qualifizierte Fach- oder Führungsaufgaben kann ein Bachelor-, Master- oder anderer gleichwertiger Abschluss erforderlich sein.
Persönliche Voraussetzungen
Je nach Stelle können außerdem Zuverlässigkeit, gesundheitliche Anforderungen, Sicherheitsüberprüfungen, deutsche oder europäische Staatsangehörigkeit beziehungsweise bestimmte rechtliche Voraussetzungen eine Rolle spielen.
Bei Beamtenstellen gelten teilweise zusätzliche Vorgaben.
Öffentlicher Dienst: Vorteile und Herausforderungen
Eine Karriere beim Staat kann mit verschiedenen Vorteilen verbunden sein. Gleichzeitig sollte man nicht nur die positiven Aspekte betrachten.
Mögliche Vorteile
Je nach Arbeitgeber und Beschäftigungsform können dazugehören:
- vergleichsweise klare Vergütungsstrukturen
- planbare Stufenentwicklung
- verschiedene Arbeitszeitmodelle
- langfristige Beschäftigungsperspektiven
- zusätzliche Altersvorsorge bei Tarifbeschäftigten
- vielfältige Berufsfelder
- Ausbildungs- und Studienmöglichkeiten
- Möglichkeiten für Teilzeit
- regionale Arbeitgeber in vielen Städten und Gemeinden
Mögliche Herausforderungen
Auch die andere Seite gehört zu einer realistischen Berufsentscheidung:
- formale Bewerbungsverfahren
- teilweise lange Entscheidungswege
- komplexe rechtliche Vorgaben
- unterschiedliche Tarif- und Besoldungssysteme
- begrenzte Flexibilität bei bestimmten Tätigkeiten
- teilweise langsame Veränderungsprozesse
- Schicht- oder Bereitschaftsdienste in bestimmten Berufen
Ob eine konkrete Stelle passt, hängt deshalb stärker vom Beruf und Arbeitgeber ab als vom allgemeinen Etikett „Staatsdienst“.
Jobs und Karrierechancen 2026
2026 bietet der öffentliche Sektor ein breites Spektrum an Beschäftigungsmöglichkeiten.
Besonders relevant sind Bereiche, in denen Digitalisierung, demografischer Wandel oder steigende Verwaltungsaufgaben zusätzlichen Personalbedarf erzeugen.
Dazu gehören unter anderem:
- Verwaltung
- IT
- Cybersecurity
- öffentliche Finanzen
- Bildung
- Pflege und Gesundheit
- soziale Dienste
- Technik
- Bau und Infrastruktur
- Polizei und Sicherheit
Karriere ohne klassischen Verwaltungsweg
Ein wichtiger Punkt für Berufserfahrene: Eine Karriere beim Staat setzt nicht zwingend voraus, dass man direkt nach der Schule eine klassische Verwaltungsausbildung begonnen hat.
Je nach Stellenausschreibung können Fachkräfte aus der Privatwirtschaft, IT, Technik, Wissenschaft oder anderen Branchen passende Einstiegsmöglichkeiten finden.
Öffentlicher Dienst nach Bundesland
Die Rahmenbedingungen unterscheiden sich zwischen den 16 Ländern.
Besonders bei Beamten und Landesbeschäftigten sollte man deshalb immer das jeweilige Landesrecht und den konkreten Arbeitgeber betrachten.
Bayern
Bayern verfügt über eigene Regelungen für Landesbeamte und eigene Verwaltungsstrukturen. Für bestimmte Beamtenlaufbahnen existiert ein System mit Qualifikationsebenen.
Baden-Württemberg
Auch Baden-Württemberg hat eigene Laufbahn- und Besoldungsregelungen. Landesbehörden und Kommunen können unterschiedliche Arbeitgeber- und Tarifstrukturen haben.
Berlin
In Berlin finden sich zahlreiche Stellen bei Senatsverwaltungen, Bezirken und weiteren öffentlichen Einrichtungen.
Brandenburg
Das Land Brandenburg bietet Beschäftigungsmöglichkeiten in Landesbehörden und kommunalen Verwaltungen.
Bremen
Bremen ist als Stadtstaat gleichzeitig Land und Kommune. Dadurch unterscheidet sich die Verwaltungsstruktur von Flächenländern.
Hamburg
Auch Hamburg ist ein Stadtstaat und vereint Landes- und kommunale Aufgaben innerhalb seiner Verwaltungsstruktur.
Hessen
Hessen verfügt über Landesbehörden und zahlreiche kommunale Arbeitgeber mit unterschiedlichen Tätigkeitsfeldern.
Mecklenburg-Vorpommern
Hier gibt es Beschäftigungsmöglichkeiten in Landesverwaltung, Kommunen und verschiedenen öffentlichen Einrichtungen.
Niedersachsen
Niedersachsen bietet Arbeitsplätze bei Landesbehörden sowie Städten, Gemeinden und Landkreisen.
Nordrhein-Westfalen
NRW ist das bevölkerungsreichste Bundesland und verfügt entsprechend über eine große Zahl öffentlicher Arbeitgeber auf Landes- und kommunaler Ebene.
Rheinland-Pfalz
Neben Landesbehörden gibt es zahlreiche kommunale Arbeitgeber und öffentliche Einrichtungen.
Saarland
Das Saarland hat aufgrund seiner Größe eine vergleichsweise kompakte Verwaltungsstruktur, bietet aber ebenfalls Stellen in Landes- und Kommunalverwaltung.
Sachsen
Sachsen verfügt über Landesbehörden, Kommunalverwaltungen und weitere öffentliche Einrichtungen.
Sachsen-Anhalt
Auch hier finden sich Stellen in Landesverwaltung, Kommunen, Bildung und weiteren Bereichen.
Schleswig-Holstein
Das nördlichste Flächenland bietet Arbeitsplätze in Landesbehörden, Kommunen und verschiedenen öffentlichen Einrichtungen.
Thüringen
Thüringen verfügt über Landesbehörden sowie kommunale Arbeitgeber in Städten, Gemeinden und Landkreisen.
Bei einer konkreten Bewerbung sollte immer geprüft werden, welche Regelungen tatsächlich für den jeweiligen Arbeitgeber gelten. Gerade bei Besoldung und Laufbahnrecht bestehen zwischen den Ländern Unterschiede.
Öffentlicher Dienst in Bund, Ländern und Kommunen
Die drei Ebenen lassen sich vereinfacht so unterscheiden:
| Ebene | Typische Aufgaben | Typische Arbeitgeber |
|---|---|---|
| Bund | nationale Aufgaben | Bundesministerien, Bundesbehörden |
| Länder | Bildung, Polizei, Kultur, Landesverwaltung | Landesministerien, Hochschulen, Landesbehörden |
| Kommunen | lokale Dienstleistungen | Städte, Gemeinden, Landkreise |
Der Bund beschäftigt sich stärker mit gesamtstaatlichen Aufgaben. Die Länder übernehmen zahlreiche Aufgaben innerhalb ihres jeweiligen Landes. Kommunen kümmern sich um viele Angelegenheiten des täglichen Lebens vor Ort.
Warum ist diese Unterscheidung beim Gehalt wichtig?
Weil der Arbeitgeber darüber mitbestimmt, welches Tarif- oder Besoldungssystem angewendet wird.
Eine Stelle beim Bund und eine Stelle bei einer Kommune können beispielsweise beide tariflich bezahlt werden, aber unterschiedliche konkrete Regelungen enthalten.
Bei einem Land ist dagegen häufig der TV-L relevant.
Aktuelle Änderungen und Entwicklungen 2026
2026 ist insbesondere wegen der laufenden Tarifabschlüsse ein wichtiges Jahr für Beschäftigte.
TVöD
Für Bund und Kommunen gilt aus dem Tarifabschluss 2025–2027 ab 1. Mai 2026 eine weitere Erhöhung der Tabellenentgelte um 2,8 Prozent.
TV-L
Für die Länder gilt aus der Tarifeinigung vom Februar 2026 eine Erhöhung um 2,8 Prozent ab 1. April 2026, mindestens 100 Euro monatlich. Weitere Erhöhungen folgen 2027 und 2028.
Nachwuchskräfte
Auch Auszubildende und dual Studierende profitieren von den vereinbarten Anpassungen. Beim TV-L wurden für Nachwuchskräfte mehrere feste Erhöhungsschritte vereinbart.
Digitalisierung
Parallel zu den Tarifentwicklungen verändert sich die Arbeit selbst. Digitale Verwaltungsprozesse, elektronische Akten, automatisierte Abläufe, Datenmanagement und IT-Sicherheit werden für Behörden immer wichtiger.
Das schafft neue Anforderungen an Beschäftigte und eröffnet gleichzeitig neue Tätigkeitsfelder.
Zukunft des öffentlichen Dienstes
Die kommenden Jahre werden von mehreren großen Themen geprägt.
Digitalisierung und KI
Behörden müssen immer mehr Dienstleistungen digital anbieten. Künstliche Intelligenz kann dabei beispielsweise bei Dokumentenanalyse, Recherche, Klassifikation, Serviceangeboten oder internen Prozessen eingesetzt werden.
Das bedeutet allerdings nicht, dass menschliche Beschäftigte überflüssig werden. Gerade rechtliche Prüfung, Verantwortung, Datenschutz, Bürgerkontakt und komplexe Entscheidungen bleiben wichtige Aufgaben.
Fachkräftemangel
Der demografische Wandel erhöht den Bedarf an qualifizierten Beschäftigten. Deshalb werden Ausbildung, duales Studium, Weiterbildung und Quereinstieg für viele Arbeitgeber wichtiger.
Neue Berufsbilder
Neben klassischen Verwaltungsberufen gewinnen insbesondere diese Bereiche an Bedeutung:
- Verwaltungsinformatik
- IT-Sicherheit
- Datenmanagement
- digitale Verwaltung
- Prozessmanagement
- technische Infrastruktur
- Klimaschutz und Umwelt
- moderne Stadtplanung
Was bedeutet das für Bewerber?
Wer heute eine Karriere plant, sollte nicht nur auf einen einzelnen Berufstitel achten.
Digitale Kompetenzen, fachliche Spezialisierung, Kommunikationsfähigkeit und die Bereitschaft zur Weiterbildung können langfristig relevant sein.
Häufig gestellte Fragen
Was gehört zum öffentlichen Dienst?
Dazu gehören verschiedene Beschäftigte von Bund, Ländern und Kommunen. Dazu zählen insbesondere Tarifbeschäftigte und Beamte sowie unter bestimmten rechtlichen Voraussetzungen Richter und Soldaten.
Was ist der Unterschied zwischen TVöD und TV-L?
Der TVöD gilt insbesondere für Tarifbeschäftigte des Bundes und kommunaler Arbeitgeber im VKA-Bereich. Der TV-L gilt für Tarifbeschäftigte der Länder.
Wie viel verdient man im öffentlichen Dienst?
Das Einkommen hängt unter anderem von Arbeitgeber, Tätigkeit, Entgeltgruppe, Erfahrungsstufe und zusätzlichen Leistungen ab. Bei Beamten gelten Besoldungsgruppen statt tariflicher Entgeltgruppen.
Was ist eine Entgeltgruppe?
Sie beschreibt die tarifliche Bewertung einer Tätigkeit. Sie ist nicht einfach eine Einstufung nach Schulabschluss oder Berufsjahren.
Was ist eine Erfahrungsstufe?
Die Stufe zeigt den Erfahrungsstand innerhalb einer Entgeltgruppe. Mit zunehmender anrechenbarer Berufserfahrung kann sich das Tabellenentgelt erhöhen.
Was ist der Unterschied zwischen Entgeltgruppe und Besoldungsgruppe?
Tarifbeschäftigte werden grundsätzlich über Entgeltgruppen und Stufen vergütet. Beamte erhalten Besoldung nach gesetzlichen Besoldungsordnungen und Besoldungsgruppen.
Kann man ohne Studium im öffentlichen Dienst arbeiten?
Ja. Es gibt zahlreiche Ausbildungsberufe und Stellen, für die kein Hochschulabschluss erforderlich ist. Die konkrete Voraussetzung steht in der jeweiligen Stellenausschreibung.
Kann man als Quereinsteiger einsteigen?
Ja, abhängig von der Stelle. Besonders Fachkräfte mit gefragten Qualifikationen können passende Einstiegsmöglichkeiten finden. Ein Quereinstieg ersetzt jedoch nicht automatisch vorgeschriebene Abschlüsse oder rechtliche Voraussetzungen.
Ist jede Behörde ein öffentlicher Arbeitgeber?
Eine Behörde gehört grundsätzlich zum staatlichen Verwaltungsbereich. Darüber hinaus gibt es weitere öffentliche Arbeitgeber und Einrichtungen, die keine klassische Behörde sind.
Sind Beamte Tarifbeschäftigte?
Nein. Beamte und Tarifbeschäftigte haben unterschiedliche rechtliche Status und Vergütungssysteme.
Haben Beamte ein Streikrecht?
Nein. Für Beamte gilt ein Streikverbot.
Wie funktioniert die Bewerbung?
Zunächst wird eine passende Stellenausschreibung ausgewählt. Danach werden die geforderten Unterlagen eingereicht. Je nach Arbeitgeber folgen beispielsweise Auswahlgespräch, Eignungstest oder weitere Auswahlstufen.
Welche Ausbildung ist für eine Stelle beim Staat sinnvoll?
Das hängt vom gewünschten Beruf ab. Möglichkeiten reichen von Verwaltungs- und Fachausbildungen über technische Berufe bis zu dualen Studiengängen und Hochschulabschlüssen.
Was bedeutet TVöD Bund?
Damit ist der Bereich des TVöD gemeint, der für Tarifbeschäftigte des Bundes gilt.
Was bedeutet TVöD VKA?
VKA steht für die Vereinigung der kommunalen Arbeitgeberverbände. Der TVöD-VKA-Bereich betrifft entsprechende kommunale Arbeitgeber.
Was bedeutet Besoldung?
Besoldung ist die Vergütung von Beamten und bestimmten weiteren öffentlich-rechtlichen Dienstverhältnissen. Sie wird nach gesetzlichen Besoldungsregelungen bestimmt.
Was ändert sich 2026 bei den Gehältern?
Beim TVöD steigen die Tabellenentgelte ab dem 1. Mai 2026 um weitere 2,8 Prozent. Beim TV-L steigen sie ab dem 1. April 2026 um 2,8 Prozent, mindestens jedoch um 100 Euro monatlich.
Welche Jobs sind 2026 besonders interessant?
Besonders vielfältig sind die Möglichkeiten in Verwaltung, IT, Digitalisierung, Bildung, Sicherheit, Technik, Infrastruktur, Gesundheit und sozialen Bereichen. Die tatsächliche Nachfrage hängt vom Arbeitgeber und regionalen Arbeitsmarkt ab.
Fazit
Der öffentliche Arbeitsbereich in Deutschland ist wesentlich vielfältiger, als der Begriff auf den ersten Blick vermuten lässt. Wer dort arbeiten möchte, sollte zunächst zwischen Bund, Ländern und Kommunen sowie zwischen Tarifbeschäftigung und Beamtenverhältnis unterscheiden.
Für Tarifbeschäftigte sind vor allem TVöD, TV-L, Entgeltgruppe, Erfahrungsstufe, Tabellenentgelt, Jahressonderzahlung und Zulagen relevant. Für Beamte stehen dagegen Besoldungsgruppe, Laufbahn, Dienstherr und gesetzliche Besoldungsregelungen im Mittelpunkt.
Auch 2026 bleibt das Thema dynamisch: Beim TVöD greift ab Mai eine weitere tarifliche Erhöhung, während der TV-L bereits ab April 2026 höhere Tabellenentgelte vorsieht.
Wer eine Karriere plant, sollte deshalb nicht nur nach einem möglichst hohen Einstiegsgehalt suchen. Ebenso wichtig sind Tätigkeitsinhalt, Qualifikationsanforderungen, Arbeitszeit, Entwicklungsmöglichkeiten, Beschäftigungsform und der konkrete Arbeitgeber. Mit diesem Wissen lässt sich eine Stellenausschreibung deutlich besser einordnen und die eigene Karriereplanung gezielter aufbauen.
Lesen Sie unseren aktuellen und genauen Ratgeber zum Thema Hermes Tasche.



